Konzept für die Konferenz Verliererinnen der Wende - Gewinnerinnen der EU? Partizipation von Frauen: Auswirkungen des Transformationsprozesses und Chancen Einleitung Die Diskussionen um die EU-Osterweiterung sind in vollem Gange. Ein Aspekt, der kaum Berücksichtigung findet, sind die zu erwartenden Auswirkungen für Frauen. Es stellt sich die Frage, ob Frauen, die meist zu den Verliererinnen der "Wende" 1989 gezählt werden, sich als die Gewinnerinnen der Europäischen Integration herausstellen könnten. Ein Blick in die politischen Institutionen der Beitrittskandidaten beweist: Die wesentlichen Entscheidungsgremien sind von Männern besetzt. Dabei wiesen beispielsweise die Parlamente der Staaten vor 1989 einen Frauenanteil von bis zu 30 Prozent auf. Zwar ist bekannt, daß die politische Anteilnahme von Frauen nicht unmittelbare Auswirkungen auf die Inhalte von Politik haben muß. Andererseits ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Präsenz von Frauen eine Voraussetzung für gezielte Einflußnahme ist. Auf welchen Ebenen und in welcher Form diese von statten gehen kann, soll im Rahmen dieser Konferenz thematisiert werden. Dazu müssen sowohl Erfahrungen mit den staatssozialistischen Systemen als auch die derzeitigen Bedingungen reflektiert werden. Wir möchten einen Vergleich der Situation von Frauen in Ungarn, Polen, Slowenien, Tschechien und der Slowakei Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen herausarbeiten. Gerade angesichts des diskutierten EU-Beitritts vier dieser Staaten ist das zur Entwicklung gemeinsamer Handlungsstrategien notwendig. Die Slowakei als Nachbarstaat soll miteinbezogen werden. Thematisch konzentrieren wir uns auf zwei Bereiche: Politik und Arbeitsmarkt. Im Staatssozialismus waren diese beiden Räume der Öffentlichkeit durch emanzipatorische Bestrebungen "von oben" gekennzeichnet, d.h. die Einbeziehung von Frauen wurde staatlich dirigiert. Obwohl die damit verbundene, gleichzeitig offiziell aber nie diskutierte Zwei- und Dreifachbelastung von Frauen auch heute noch als sehr negativ empfunden wird, gilt es mittlerweile als unumstritten, daß es auch positive Seiten an diesem dirigistischen Modell der Emanzipation gab: Abgesehen von der hervorragenden Qualifikation, die beispielsweise in der Tschechischen Republik bis heute die befürchtete Zunahme der Frauenarbeitslosigkeit verhindert hat, profitierten Frauen laut eigenen Aussagen am meisten davon, daß "der Mythos und die Illusion über die Welt der Arbeit als Domäne des Mannes beseitigt wurden" (Jirina Siklovà). In der Öffentlichkeit zu agieren wurde etwas Selbstverständliches, womit sich der Bezug zur Politik ergibt: Ein gestärktes Selbstbewußtsein ermöglicht auch ein bestimmteres Auftreten in diesem Bereich. Vortragende und WorkshopleiterInnen: Es werden sowohl Wissenschafterinnen verschiedener Fächer, als auch politisch aktive Frauen eingeladen. Die dritte Expertin soll durch ihr Engagement entweder in politischen Institutionen oder NGOs praktische Erfahrungen einbringen. Ziel: soll sein, auf die spezifische Situation von Frauen in Ungarn, Polen, Slowenien, der Slowakei und der Tschechischen Republik aufmerksam und den TeilnehmerInnen den Austausch und die Vernetzung möglich zu machen. Vorläufiges Programm Termin: 6.-8. November 1998 Freitag, 6. November 1998 18.00 Uhr: Begrüßung durch die Organisatorinnen 18.30 Uhr: Eröffnungsreden: Mag. Barbara Prammer (Frauenministerin) Dr. Maria Berger (EU- Abgeordnete) Johanna Dohnal (Ex-Frauenministerin) Dr. Eva Kreisky (Institut f. Politikwissenschaft) Grußworte von Mag. Renate Brauner (Stadträtin für Frauenfragen) 19.00 Uhr: Einleitendes Referat 20.00 Uhr: Diskussion Samstag, 7. November 1998 Themenschwerpunkt: Politische Partizipation Chair: Dr. Sieglinde Rosenberger (Institut f. Politikwissenschaft) 9.00 Uhr: Eröffnungsreferat: Dr. Birgit Sauer 9.45 Uhr: Podium: 5 Länderskizzen (Dr. Jana Jalusic) 11.00 Uhr: Kaffeepause 11.30 Uhr: Diskussion 12.30 Uhr: Mittagspause 14.00 Uhr: Workshops 16.00 Uhr: Pause (mit Kaffee) 16.30 Uhr: Abschlußplenum über Ergebnisse der Workshops 17.30 Uhr: Ende Moderation: Dr. Karin Liebhart (Ost und Südosteuropainstitut, Wien) (angefragt)oder Dr. Sieglinde Rosenberger (Institut f. Politikwissenschaft) Konferenzsprache: Englisch/Deutsch Sonntag, 8. November 1998 Themenschwerpunkt: Arbeitsmarkt Chair: Dr. Gerda Falkner (Institut f. Politikwissenschaft) 9.30 Uhr: Eröffnungsreferat: Dr. Ursula Philipic 10.15 Uhr: Kaffeepause 10.30 Uhr: Podium: 5 Länderskizzen 11.45 Uhr: Diskussion 12.30 Uhr: Mittagspause 14.00 Uhr: Workshops 15.30 Uhr: Pause (mit Kaffee) 16.00 Uhr: bschließende Diskussion 16.30 Uhr: Verabschiedung